Si-si-si-Si-Sicily 12.08.-16.08.09

Schon wieder ein halber Monat her, dass Chiara, Katrine und ich mit Sack und Pack von Malta nach Sizilien geflohen sind… Am 12.08. war hier mal wieder einer der „wenigen“ Feiertage im Jahr und somit auch kein arbeiten! Fünf Tage Sizilien, mit eigenem „Reiseleiter“ und Taxi. Seby from Sicily (haben wir irgendwann mal hier auf Malta kennen gelernt) hatte sich bereit erklärt uns drei Grazien ein bisschen rumzuchauffieren.
12.08.2009: Abfahrt Malta, besonders zu meiner Freude, morgens um 8 Uhr! Um pünktlich am Check-In zu sein mussten wir um 6.45Uhr da sein!!! Mit dem Sonnenaufgang und einer übereifrig arbeitenden, dem Gefrierpunkt nahen Klimaanlage ging es dann gen Norden.
Auf mehr oder weniger bequemen Sitzen wurde der zu Kurzgekommene Schlaf nachgeholt. Nach 1 ½ Stunden waren wir auch schon in Italien. Als erstes ging es mit unserem privat Taxi ab an den Strand. Wow, nach drei Monaten einen Strand sehen der länger als 800m ist war schon atemberaubend :-P Naja halt fast wie Norderney nur, dass das Meer um einiges besser war.
Weiter gings in unser Bed&Breakfast am Stadtrand von Siracusa. Ein wirklich schönes Haus mit dem netten Namen „La Casetta“ in Gedenken an den Pizza- Dönerladen in Esens! Eine kurze Stadtbesichtung in Siracusa brachte uns schnell wieder gen Meer. Erstens war es viel zu heiß und zweitens waren wir viel zu müde um irgendetwas von der Stadt aufzunehmen. Also gings ab in eine kleine Felsbucht wo wir Seby’s Freunde kennen lernen durften. Katrine und ich konnten dann auch gleichmal unsere super italienisch unter Beweis stellen und Löcher in die Luft starren während sich alle anderen angeregt unterhalten haben. Immerhin kann auf Sizilien nicht jeder englisch oder wenn dann meistens eher sehr schlecht. Ok, weiter gings dann abends zum Pizza essen. Meine erste Pizza aus Italien und sie war soooo gut… Im Garten nebenan erklärte uns unser Fremdenführer den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Palmen (wirklich sehr eindrucksvoll :-D)!
13.08.2009: Ein weitere Grund warum unsere Reise nach Sizilien ging – wir wollten Natur sehen und Natur erleben und Natur spüren! Was wir nicht wussten, diese Natur sollten wir in den nächsten Tagen noch mehr als genug erleben. Es ging los mit einem Nationalpark „in the middle of nowhere!“ Erstmal den Weg zu finden, war schon eine Kunst für sich. Nachdem wir beim ersten Anlauf an der Ausfahrt vorbei gebrettert sind, den kompletten Berg hoch, einen Freund nach dem Weg gefragt haben und anschließend den Berg wieder runtergedüst sind, haben wir es endlich zu der entscheidenden Kreuzung geschafft an der es nun „nur“ noch drei weitere Möglichkeiten gab den falschen Weg zu wählen. Und tatsächlich haben wir es geschafft die zwei falschen Wege zu erkunden bevor wir in einer heißen Diskussion über den richtigen Weg mit drei weiteren Autos (Italiener aus Rom) für die nächste halbe Stunde zum stehen kamen. Es ist wirklich herrlich wie Italiener sich über Gott und die Welt aber nicht über den richtigen Weg und das eigentliche Thema unterhalten können! Als wir dann endlich am Ziel ankamen, war die lange Reise schnell vergessen. In einer Art Schlucht wanderten wir kreuz und quer durch Gebüsch und kleine Bergseen. Wanderten durch kleine Bäche und krackselten Berg auf und Berg ab. Alles gut und schön bis zu dem Zeitpunkt als wir eine Landkarte von diesem Reservat bekamen wo eine Höhle eingezeichnet war. Da müssen wir unbedingt noch hin. Chiara war glücklich noch mehr Natur sehen zu können, die Freude bei Katrine und mir hielt sich dann doch eher Bescheiden in Grenzen. Wir sind dann auch alle erstmal fleißig in die falsche Richtung gelaufen. Ein Haufen Moskitostiche, Schlangenhaut, Schlange und Fuchsscheiße später sah es Fremdenführer Seby dann auch endlich ein, dass dies wohl eher nicht der richtige Weg ist. Vor uns tat sich ein Dschungel aus Bäumen und allerlei Gestrüpp auf. Ohne Machete kein durchkommen… Also wieder zurück. Innerlich hab ich mich ja schon gefreut nun nicht mehr dahin laufen zu müssen, wir waren auch schon fast auf dem Weg zurück zum Auto, als Chiara dann doch plötzlich den richtigen Weg entdeckte… Sch****! Ab gings… Bergauf… Nach einer halben Stunde bergsteigen bei immer noch gefühlten 35°C waren wir oben angelangt. Doch weit und breit keine Höhle in Sicht. Wir erfuhren dass wir noch so gut eine Stunde laufen müssen… Oh ja Freude pur. Wir begannen alle möglichen Theorien, wie wir unserem Schicksal entgehen können (TTV – täuschen, tarnen, verpissen) bis ins kleinste Detail durchzuplanen. Abermals verpassten wir den eigentlichen Weg und landeten auf einer Art „illegalem“ Campingplatz. Fremdenführer Seby war auch schon zur Stelle und versuchte auf Ach und Krach über Geröll und Gestein ans Ziel zu gelangen. Der Rest der Truppe hatte aus dem ersten Fehler gelernt und wartete bis Seby nach 10 Minuten mit dem ernüchternden Ergebnis „das ist der falsche Weg“ zurückkehrte.
Zum Glück war Sebys Freund Christian auch mit von der Partie und hatte eine Flasche Sizilianischen Wein im Gepäck. Nach kleiner Rast ging es den Berg wieder hoch, wir fanden den richtigen Weg, wir fanden die Höhle aber wir fanden keine Fledermäuse (weswegen wir eigentlich bis hierhin geklettert waren!!!). Mit de letzten Kräften schleppten wir uns die zwei Stunden zurück zum Auto und an den nächsten Imbiss.
14.08.09: Tagesziel: Ein weiteres Naturreservat! Obwohl wir an jeder erdenklichen Stelle des Körpers Schmerzen verspürten ging es auf zum nächsten „Walk in nature, Part II“. Diesmal von nur 400m in Schlangenlinien den Berg runter… Ich muss zugeben die Aussicht war schon atemberaubend, aber die Tatsache, dass es schon wieder viel zu heiß war und mit nahezu Muskel richtig arbeiten wollte, erschwerte den Abstieg ungemein.
Unten angekommen waren alle Sorgen schnell vergessen. Ein Bergsee mit Wasserfall, von den Feldvorsprüngen ins Wasser springen und das kristallklare Wasser genießen. Vier Stunden später ein unerwarteter Zwischenfall… ein Sturm zog auf! Super, wir irgendwo zwischen zwei Bergen, das Basislager Kilometer entfernt irgendwo oben auf dem Berg. Und es begann zu regnen, der erste Regen nach drei Monaten der länger als eine Minute andauerte. Die Bergwacht kam und forderte alle Leute auf zu gehen, da es wohl heute nicht mehr besser werden würde.
Also packten wir unsere sieben Sachen, doch anstatt den Berg wieder zu besteigen und nach Hause zu fahren, brachte und Bergführer Seby an einen anderen Bergsee, wo es keine Security gab. Hier verweilten wir dann noch mal zwei Stunden bevor es wirklich wieder 400m im Zick-zack den Berg hinauf ging. Viel gesprochen wurde nicht mehr. Jeder war so ziemlich mit sich selbst beschäftigt und damit die einzelnen Körperteile irgendwie nach Hause zu tragen. Eimerweise Wasser wurde vergossen und oben angekommen waren es nicht nur wir die aussahen als hätten sie unterwegs ein zweites Bad genommen. Sehr beruhigend war auch das die Sanis und der Krankenwagen wartenden… Für uns war es genug Natur für die nächsten vier Monate Malta!
Abends gings in ein richtiges Fischrestaurant wo mein Magen viele Neue Geschmäcker versucht hat aufzunehmen. So gab es, kleinen Octupus, Schwertfisch, Hummer und und und… ich weiß jetzt das man Fischaugen probiert um zu sehen ob der Fisch gut ist (bah mir dreht sich jetzt noch der Magen um). Ich hab mit dann doch lieber den Fisch von unseren zwei Gentlemans klein schneiden lassen. Mit zwei linken Händen hab ich versucht den kleinen Hummer zu killen was mir auch mehr oder weniger elegant gelungen ist. Zwar Schwamm das Gehirn nachher auf meinem Teller herum und die einzelnen kleinen Beinchen lagen leblos neben dem Kopf, aber ich hatte ein 2 cm langes Stück das ich essen konnte. Nach dem essen entbrannte eine handfeste Diskussion zwischen Seby und mir über Fisch und fisch essen, frischen Fisch, Sizilianischen Fisch und Norddeutschen Fisch…
15.08.09: Nach zwei Tagen natur pur gings heute einfach mal nur an Strand. Entspannen, relaxen nichts tun. Abends hieß es dann Open-Air concert „Tinturia“ zu ehren eines verstorbenen Soldaten. Ich muss sagen ich mag die Musik. Das Konzert war echt gut der Sänger der Band herrlich durchgeknallt, die Stimmung gut und der Sizilianische Wein hervorragend.
16.08.09: Auf eigene Faust sind wir heute ohne Fremdenführer Seby nach Toarmina gefahren. Mit einer Art Nordwestbahn und Sibirischer Kälte dank Klimaanlage gings über Catania zum Etna. Eine wunderschöne Stadt am Fuße des Vulkans. Die Stimmung wurde ein wenig getrübt als wir erfahren mussten das Seby beleidigt war, weil wir angeblich nicht gesagt hätten, dass wir nach Toarmina fahren wollten. Eine filmreife Vorführung boten uns auch die „ich verkaufe echte D&G, LV – Taschen, Sonnenbrillen und Portemanais“ als sich ein Polizeiauto nährte. Ratz, fatz waren die teuren Stücke vor den Augen der verblüfften Touris im weißen Lacken verschwunden und eins, zwei, drei ebenfalls die Besitzer dieser teuren Ware. Pünktlich eine halbe Stunde vor Abfahrt den IC von Toarmina nach Siracusa trafen wir am Bahnhof ein und versuchten uns an Italienischen Ticketautomaten. Nach dem fünften Versuch (jeder versuch endete mit dem Satz: es gibt keine Plätze mehr im Zug! (wie bitte???)) riefen wir einen Angestellten zur Hilfe. Der uns jedoch auch nur gering weiterhelfen konnte indem er uns verklickerte, dass der IC ganze 65 Minuten Verspätung habe! Achso, ja 65 Minuten ist ja fast nichts. Schaffen wir locker wenn wir dann um 20Uhr in Siracusa sind und noch eine Stunde bis nach Porzallo zum Fähranleger fahren müssen um dort das Schiffchen um 21Uhr zu kriegen………….. 65 Minuten, schlimmer als die Deutsche Bahn. Der Typ am Fahrkartenautomat riet uns bis nach Catania zu fahren und von dort aus dann weiterzugucken. Also RE fahren. Was ein Luxus, Stromsparen im Zug, kein Licht im Zug auch nicht wenn’s durch den Tunnel ging (und die Tunnel da sind nicht sonderlich kurz). Zwischenzeitlich versuchten wir noch Seby dazu zu motivieren unsere Sachen aus dem Bed&Breakfast zu holen und zu bezahlen, da es alles wohl relativ knapp werden könnte mit dem Zug, Schiff usw. In Catania angekommen, hatte der IC „nur“ noch 50 Minuten Verspätung. Also kauften wir das IC ticket, die nette Dame am Schalter konnte uns jedoch nicht sagen ob die uns überhaupt noch mitnehmen, weil der Zug ja schon so voll sei!!!!!!! Nun hatten wir das Ticket, waren frohen Mutes, dass der Zug vielleicht doch noch seine Verspätung etwas aufholen kann. Wir drehten uns um und Zack 65 Minuten…….. Eine andere Möglichkeit war den Bus zu nehmen. Was ist jetzt sicherer, die Bahn die vielleicht gar nicht kommt oder ein Bus der aufgrund des Verkehrsaufkommens vielleicht noch länger braucht. In Gedanken sahen wir uns schon zweifach geköpft und gekillt (by Seby und unserem Boss hier auf Malta) nicht Sonntag sondern Montag auf Malta ankommen. Wir beschlossen das Bahnticket zu verwerfen und den Bus nehmen.
Der Bus kam sogar mit nur 15 Minuten Verspätung… Der Busfahrer jedoch ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen und legte erstmal seine vorgeschriebene 15 Minütige Pause ein… ja warum auch nicht. Wir können auch noch alle zusammen einen Kaffee trinken gehen oder unterwegs bei MC Drive vorbei. Bis er sich dann endlich in Bewegung gesetzt hatte, hätten wir doch den Zug nehmen können, wobei wir da ja nicht sicher sein konnten ob er überhaupt jemals angekommen wäre.

Als wir dann endlich, endlich in Siracusa angekommen sind hatte Seby sehr schlechte Laune! Mit seinem Opel Corsa holte er das letzte aus der Karre und heizte zum Hafen. Natürlich gab er uns die ganze Schuld an dem Missgeschick. Wir ließen ihn reden und waren nur glücklich, dass wir heile am Hafen, 10 Minuten vor Abfahrt des Kat’s angekommen waren!!!

„Sei bellissima!“ 

 

6.9.09 10:10
 


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