England is calling…

Eine Aktion made by Katrine. Sie hatte während meine Mutter da war ganz schnell den Flug und die Festival Tickets organisiert und gebucht. Also hieß es am  09.09.09 (haha lustiges Datum:-P) mit Nobelflieger Ryanair ab nach London Luton (Arrivaltime 11.30pm). Unser Problem war nur, dass Katrine zwar alle möglichen Tickets besorgt hatte jedoch keinen Schlafplatz J, also versuchten wir es mit einem Hostel was jedoch in der ersten Nacht komplett ausgebucht war. Wir beschlossen einfach loszufliegen und abwarten was passiert. Möglichkeit 1. am Flughafen schlafen, 2. In der Hotel Bar durchmachen… Unschlüssig was zu tun, entschied Wollo für uns: Möglichkeit zwei. Zwei Stunden vor Abflug gab uns Katrines Dänischer Freund den Tip es doch mit Couch-Surfing zu probieren. Also meldeten wir uns an schrieben einer Person (sehr nette worte): Hi, wir suchen eine Schlafgelegenheit für eine Nacht. Wenn du das hier liest ruf uns doch bitte an!
Große Hoffnung, dass sich darauf jemand meldet hatten wir ehrlich gesagt nicht. Also gingen wir noch ein bisschen Vorschlafen immer im Auge eine lange und kalte Nacht in London. Als wir schon fast das Haus verlassen hatten klingelte Katrines Handy, eine Nummer mit der Vorwahl +44…. Sie dran gegangen und in weniger als zwei Min. hatten wir unsere Übernachtungsmöglichkeit in London Luton. Martin, 36, zwei Töchter und ziemlich groß mehr wussten wir nicht. Naja wir wussten noch das er mit einem Cowboyhut am Flughafen warten würde. Erleichtert brachen wir mit unseren zwei „I LOVE MALTA“ Shirts und zwei Malta Flaggen auf nach England. Der Flug verlief gut ohne weitere Turbulenzen oder sonstige Unannehmlichkeiten. Bis auf den Kälteschock der uns beim aussteigen erwartete und wir uns das erste Mal nach Malta zurück wünschten!
Nach weiteren 45 Minuten und tausend Telefonaten später hatten wir endlich unseren „Retter“ am Pick-up Point gefunden, wo er tatsächlich mit seinem Cowboyhut auf uns wartete. In seinem Haus wartete noch eine zweite Couch-surferin aus Mexiko auf uns. Martin erzählte uns derweil, dass wir anscheinend richtig Glück gehabt hätten so kurzfristig und beim ersten Versuch gleich einen Treffer zu erlanden. Er macht das weil er einfach Spaß dran hat neue Leute und Kulturen kennen zu lernen. Nebenbei war er auch in der englischen Ausgabe von „Das perfekte Dinner“ dabei und kann wirklich sehr gut kochen.
Also verbrachten wir die erste Nacht nicht wie vorher „geplant“ am Flughafen oder in der Hotelbar sondern in einem wahren Princess room. Es war das Zimmer seiner Tochter (die, die meiste Zeit bei der Mutter wohnt) mit Hochbett und allerlei pinken Sachen, um genau zu sein NUR pinke Sachen. Zum ersten Mal nach 3 ½ Monaten wieder unter einer richtigen Decke schlafen und nicht nur mit irgendwelchen Lacken weil man nachts Ozeane schwitzten muss. Der nächste Morgen war dann jedoch alles andere als angenehm. An die Maltesische Hitze gewöhnt war es für uns in England schon fast Winter. Wir stapelten alle möglichen Sachen übereinander, packten Shorts und desgleichen ganz unten in den Koffer und brachen nach einem leckeren Frühstück auf nach London.
Ein PÜNKTLICHER Zug und eine halbe Stunde später standen wir auch schon wie durch Zauberkraft an Bahnsteig 9 ¾ und versuchten durch die Wand ins Harry Potter Land zu fahren. Was uns dann aber doch nur bis zum Hostel an der Waterloo Station brachte. Ein 10m² Raum mit sage und schreibe 12 Betten à 4 Hochbetten (drei Betten übereinander). Von Martins Luxus Haus also in eine wahre Kaserne und ein Meer aus Hochbetten. Na ja dafür wars sehr günstig, in der Mitte von London und nur für eine Nacht. Mit unseren Malta Shirts und Flaggen bewaffnet gings auf die übliche Sightseeing Tour durch London. Um vier Uhr wahren wir selbstverständlich mit der Queen zum Tee trinken verabredet und zu Abend wurde standesgemäß Harrods abgehalten.
Den ganzen Tag über hielten uns doch echt die meisten Leute für waschechte Malteser. Der Höhepunkt war in Cinatown als uns ein „echter“ Malteser auf maltesisch zuquatschte. Katrine entschied sich danach meine Nerven aufs Äußerste zu beanspruchen und jagte mit mir durch fünf Touri Shops um irgendwo noch einen warmen Pullover zu finden um Ihre Lebensdauer noch um ein paar Nächte zu verlängern.
Die zweite Nacht in England verbrachten wir in der Hostel Bar. Auf der Suche nach Internet stießen wir auf „Kylie aka. Ryan“ der aus Californien in der Nähe von Newport Beach kam. Ihm schloss sich zu späterer Stunde noch Carlos aus Costa Rica an. In einem packenden Billiarde Match nachts um drei entschied Team Malta den Cup für sich und verschwand kurz darauf in den Gemächern.
Ein bisschen übermüdet und durchgefroren gings auf zur Waterloo Station um Fahrkarten für Salisbury und das wunderbare „END OF THE ROAD (feat. WORLD)“ Festival zu besorgen. Ein kurzes hin und her mit all den Fahrkarten die der Automat uns ausgespuckt hatte saßen wir ein weiteres Mal im Zug, zusammen mit einer Hand voll Verrückten die ebenfalls zu diesem Festival wollten.
In Salisbury angekommen wartete auch schon ein Bus auf uns, der uns ins Niemandland bringen sollte. Und so war es dann auch „In the middle of nowhere“ ließ er uns frei und das Schicksal nahm seinen Lauf. Kasper (Katrines dänischer Freund) und seine Freundin waren nicht da, wir wussten nicht wo wir uns treffen sollten und natürlich war die Handynummer falsch und keiner zu erreichen! Nicht das wir ihn gebraucht hätten, aber er hatte schließlich unser Zelt und die SchlafsäckeJ. Also ging es auf Beschnupperungskurs mit unseren neuen Freunden den „Dixi-klos“. Wir sahen auch irgendwie ein bisschen fehl am Platze aus. Mit unseren Malta Shirts und kleinen Köfferchen ohne Zelt und Schlafsack glich es doch eher einem typischen Touri Urlaub in irgendeiner Metropole. Nach einer halben Stunde trafen sie endlich ein und mit Händen und Füßen und allerlei Ungeschick wurde das Zelt aufbebaut. Vom Princess Room über die Hostel Kaserne zum Zelt, was ein abstieg.
Im Hintergrund hörten wir die ersten Bands (wovon wir keine einzige bis dato kannten!) die Musikrichtung war irgendwas zwischen Indie und Country oder so (wobei sich manches echt ganz gut angehört hat). Kasper und seine Freundin kannten sich perfekt aus und gingen auf Erkundungstour während Katrine und ich „Just for fun – Besucher“ die ganzen für uns doch sehr seltsamen Leute beobachteten. Am besten gefiel uns der Mann im pinken Schmetterlings Kostüm:-P.
Derweil beschlossen wir solang es irgendwie geht wach zu bleiben und uns in irgendeinem Tippi Zelt mit 100 anderen Leuten warm zu halten. Was auch bis drei Uhr gut ging nur leider dann die Musik für heute zu ende war. Also ab ins gefühlte -10 Grad kalte Zelt. Zwei T-shirts, Pullover und Jacke + Schlafsack halfen nichts, jede halbe Stunde sind wir aufgewacht weil ein anderes Körperteil eingefroren war! Um neun Uhr morgens schafften wir es dann mit Ohropax in den Ohren bis zwei Uhr durchzuschlafen. In unserem Zelt hatten sich bereits hochsommerlicher Malta Hitzetemperaturen breit gemacht als wir uns dann endlich mal entschlossen aufzustehen und den herrlichen warmen Tag zu genießen. Die Leute um uns herum haben es nicht verstanden wie man Mittags unter der Sonne im Zelt, mit Schlafsack und voller Kleidungsmontur aushalten kannJ.
Unser erster (und einziger) Weg an diesem Tag führte zum Viking Kubb Spielfeld. Ein Skandinavisches Traditionsspiel. Wir spielten den ganzen Tag, hatten eine Menge Spaß und beschlossen dann am nächsten Tag mit dem Einverständnis der Verantwortlichen ein kleinen Wettbewerb zu veranstalten. So gegen 7 abends haben wir es dann endlich geschafft uns ein paar Bands anzuschauen uns aufzuwärmen und irgendwann im Iglu zu verschwinden.
Um viertel vor zwölf am nächsten Tag beschlossen wir dann doch mal zwei Stunden früher als geplant aufzustehen und uns unserem Job, der Viking Kubb Cometition zu widmen. Wir organisierten ein paar Plakate und legten die Regeln fest. Den Nachmittag verbrachten wir mit trainieren bevor es um sechs Uhr ernst wurde für das erste maltesische Viking Kubb Nationalteam. Jeder Teilnehmer hatte 2 Pfund zu zahlen. Was sich am Ende auf 50 Pfund summiert hat. Die erste Runde entschieden wir ganz klar für uns. Siegessicher gings auf ins nächste Spiel wo wir jedoch bereits eine knappe Niederlage hinnehmen mussten und ausschieden. Zum Trost bekamen wir ein Bierchen von den Gewinnern…………
Derweil hatten wir uns auch schon ganz gut mit David und Charles, den Verantwortlichen für dieses Spiel, angefreundet und liehen uns deren Wikinger Kostüme aus. Charles 40 Jahre alt und Fotograf startete eine Fotosession mit uns und wir beschlossen den ganzen Abend in den Wikinger Kostümen rum zu laufen. Da ja hier alle ein bisschen total durchgeknallt waren, fiel es auch gar nicht auf. Nicht einmal als wir mit Charles und David in den VIP Bereich schlichen um dort Abendbrot zu essen. Weiter gings zu einer Freiluft Tanzfläche mitten im Gebüsch wo wir mit unseren Hörnern und dem künstlichen Fellmantel schon echt der Renner waren. Als die Security wenig später versuchte die Musik auszumachen war der DJ so schlau die Boxen und den angeschlossenen Mp3 Player in der Box einzuschließen, das Zahlenschloss zu zumachen und zu verschwinden. Die Musik lief also schön ohne Unterbrechung weiter. Bis der DJ und sein Code für das Schloss gefunden waren verging noch einige Zeit und am Ende durfte die Musik sogar an bleiben!
Unsere letzte Nacht auf dem Festival wo wir bislang ganze sechs Bands gesehen hatten. Gut aufgeheizt durch die Kostüme konnten wir auch viel besser schlafen und uns am nächsten Tag um 8 Uhr morgens auf den Weg zurück nach London machen. Jedoch nicht ohne vorher einen Zwischenstopp für ein full english breakfast einzulegen.
Die Zugfahrt verlief weniger euphorisch, schlaf nachholen war angesagt. Durchgefroren und mehr tot als lebendig harrten wir noch vier Stunden am London Eye bei den Straßenkünstlern aus. Beobachteten ein Baby am DJ Pult und schauten einem Mann zu, der seinen Körper durch einen Tennisschläger gezwängt hat. Voller Vorfreude gings in die Tube nach Northfield wo uns Martin einsammelte um uns ohne Umwege direkt in unser Lieb gewonnenes Prinzessinnen Zimmer brachte. Endlich wieder eine heiße Dusche und keine Dixi Toiletten! Mit heißer Schokolade und Wolldecken saßen wir den ganzen Abend vor seinem Flachbildschirm TV im Wohnzimmer und haben „Americas next topmodel“ geguckt.
Der Tag des Rückfluges war da. Den kompletten Vormittag verbrachten wir bei Martin zu Hause. Er war zur Arbeit ausgeflogen und seine Tochter in der Schule. Also hatten wir schön Sturmfrei und genossen das Nichts tun in vollen Zügen. Nachmittags brachen wir gegen 14 Uhr zum Flughafen auf, checkten ohne weitere Schwierigkeiten ein und ab gings erneut in den Nobel-Nobelflieger Ryanair. Diesmal nur leider nicht so reibungslos wie auf dem Hinflug. Nach einer Stunde gings ab wie in einem Maltesischen Bus. Zwei Stunden hielten die Turbulenzen an, die ja angeblich total normal sind was man mir in der Situation aber auch nicht mehr sagen braucht. Ich hab mich und die Maschine schon im Mittelmeer gesehen. Als wir dann endlich nach einer gefühlten Ewigkeit auf Malta irgendwie ankamen konnte man die Erleichterung bei allen Passagieren spüren.
Eine gewaltige Hitzewelle begrüßte uns und zeigte uns wie gut wir es hier doch haben… Jetzt können wir die letzten drei Monate Hitze noch mal so richtig genießen J
1.10.09 19:03
 


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